Gewißheit. 54z
^! 2. Daß man, nach dem Dünkel dieses Gelehrten, einen
^ jeden, als irrwähnend, verachten sollte, der immer für ei,
ne unumstößliche Wahrheit beha»ipten möchte, daß es ein^ römisches Reich, einen Cäsar, einen Trajan; daß es einenLlodoväus, einen Rarl den Großen, einen heiligen Lu,^ dewig ; daß eö einen Moses , einen Herrn Iesus , einen^ Mahomet gegeben habe: denn, obschon es höchst wahr-"Er scheinlich ist, daß diese Fürsten und Gesetzgeber da gewesenseyn, so geht dennoch dieses nicht über die Gattung derWahrscheinlichkeit hinaus; und Wahrscheinlichkeit und Ge,wißheit sind zwey ganz verschiedene Dinge. Man fragetÄ hier: wer verdienet mehr Verachtung , oder der Gelehrte« mit seiner neuen Lehre, oder ein Mensch, welcher den Grund,säßen nachkömmt, die wir von der sittlichen Gewißheit fest,^ geseßet haben? Es folget:
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Z. Daß man niemals bey einem und demselben Men-schen einen anstößigem Gegensatz der Meynungen amrefte,welcher mehr Bosheit und Unredlichkeit anzeiger, als manbey diesem Schriftsteller antriffc. Denn unter jener großenMenge gottloser Werke, die aus seiner Feder geflossen sind,giebt er uns für bewiesene, augenscheinliche, unumstößlicheGeschichten alles an , was immer sein Haß hat zusammen,schmieren können, um das Christenthum anzuschwarzen. Esist gewiß; dieß ist gewiß ; saget er uns ohn Unterlaß miteinem bejahenden und gebiethrischen Tone: und hier findeteben derselbe Mann nichts gewisses mehr , außer was geo-metrisch bewiesen ist. Aber laßt uns seine Vernunftschlüsse,oder vielmehr seine Verirrungen, einzeln durchschauen.
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