Geheimnisse. 527
lichen Gnade ihn wieder auftichten und unterstützen kann.Die Erkemuniß des Geheimnisses von der Erbsünde ist danneine wahre Quelle der Unterweisungen für den Menschen.
s. Der Lehrsatz von der ewigen Dauer der Strafen istfür den Menschen von der größesten Wichtigkeit. Aber jegrößer diese Wichtigkeit ist, desto nothwenbiger war es ihm,davon gut unterrichtet zu werden. Im Nebligen geht dieserfürchterliche Lehrsatz nur jene an, die mit freyem Willen diePflichten außer Acht sehen, welche die Vernunft und die Re,ligion ihnen vorschreiben: er geht nur die Sklaven des Hoch-muths und der Wohüust an, die keine andere Sittenlehrekennen, als jene, welche der Eigennutz und das Vergnügenihnen eingiebt; die keine andre Religion haben, als jene,mit der sich ihr stolzer Geist und der Geschmack einer ausge-lassenen Unabhängigkeit vertragen kann. Dieser fürchterli,che Lehrsatz ist dann sehr geschickt, jene unseligen Grundsätzeder Ausschweifungen und Laster aus dem Herzen des Men-schen auszureuten, und ihn an alle Pflichten der Gerechtigkeit,des Anstandes, der Smjamkeit, der Frömmigkeit, und derReligion festzuheften.
Einwendungen der Philosophen gegen die Geheimnisse.
I.
* Die Vernunft saget mir, -aß die Lehrsätze klar,einleuchtend, und durch ihre Augenscheinlichkeit rührendseyn sollen, wenn die natürliche Religion ungenügsamist, so ist sie es deßwegen, weil sie die großen Wahrhei-ten, die sie uns lehret, dunkel läßt. Der Offenbarungkömmt es zu, diese Wahrheiten uns auf eine weise bey-zubringen, die dem Verstände des Menschen fühlbar ist:
ihr