Freyheit. 52z
!«- -hne unser Wissen, und oft Wider unfern Willen, den Weg
ärsi wandern, den uns die Natur ausgezeichnet hat, Schwim,
-ni, mern gleichen, welche dem Strome folgen müssen, der sieIhm dahinreißk*: wozu dienen dann Ihre Predigten, JhreErin-» nerungen, Ihre Räche, Ihre Ermahnungen ? Handelt derGesetzgeber weise, wenn er verbeut, der Nochwendigkeit zugehorchen, oder wenn er gebeut, der Nochwendigkeit Wi<verstand zu chun? Sind die Ermahnungen weise, wodurch« ^ man dem Schwimmer zuspricht, gegen den Strom zu schwim-^ men, welcher ihn nochwendig mit sich fortreißt ? Ist der
G Sittenlehrer vernünftig, wenn er den Menschen warnet,
,M, -aß es seine Pflicht erfodre, den Trieben zu widerstehen, wel-M che nochwendig sind; nicht nach dem Verlangen eines Glie,-erbaueö zu handeln, der nicht von ihm abhängt; oder zuE denken, zu fühlen, zu wollen, was ihm unmöglich ist,^ nicht zu fühlen, nicht zu wollen, nicht zu denken ?
Mein Herr! es dürfte wohl Leute geben, welche Ihre»> Lehre für höchst ungereimt und ausschweifend ansehen möch-/H, tm. Andere könnten sie wohl für eine verdammliche Lehre^ halten, die dem menschlichen Geschlechts zur Schande gerei-ch! Hel. Ich überlasse es jenen, die Ihre Lehrsätze gelesen ha-ben, davon zu urtheilen und den Ausspruch zu thun.