Freyheit. 49 y
^ hk Seele ist frey, wann sie will, wann sie überleget, wannk sie wählet, wann sie handelt. Sie ist frey, wann sie über,w leger; denn überlegen heißt vergleichen, untersuchen: es steht^ nun der Seele ziemlich frey, sich mit diesen Vergleichungen,mit diesen Untersuchungen, oder mir andern Dingen zu be,schäffrigen. Sie ist frey, wann sie wählet; denn wählen^ heißt eine Sache einer andern Sache vorziehen; es heißt eineE! Sache lieber wollen, als eine andere: allein diese Wahl isteine ganz fteye Handlung; denn man ist manchesmal mit^ sich selbsten froh, daß man gm gewähret hat, und man bereuetH zuweilen, daß man übel gewählet har. Man kann über die^ Wahl einer Handlung nicht froh seyn, oder sie bereuen, wel-I r> che von der Nothwendigkeit vorgeschrieben gewesen wäre. Sieiw. ist frey, wann sie handelt; denn wir erfahren manchesmal>1» selbsten, nachdem wir etwas beschlossen haben, daß wir denW Schluß ändern, wann wir im Begriffe sind, es zu lhun,ch und daß wir noch etwas anders thun. Die Seele ist dannm in ihrer Handlung selbst, und in ihrem Willen frey.
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* Alles, was in uns vorbeygeht, oder durch uns ge,ich schiebt, so wie auch alles, was sich in der Natur zurM trägt, ist nothwendigen Grundursachen zuzuschreiben,welche nach nothwendigen Gesetzen wirken, und noch»»i« wendige Wirkungen Hervorbringen. Daraus sieht man,>»>! daß die Nothwendigkeit, welche alle Bewegungen derch physischen Welt ordnet, auch alle Bewegungen der sitt,jP lichen welt vorschreibt. Im Menschen ist die Freyheitil lt nichts anders, als die Nothwendigkeit, die auf ihn selbstringeschränket ist.
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* Ebend. LL». Seite.
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