Frsyheit. 497
wir fühlen, saget ec weiter. -aß der Beweggrundallezeit nothwendig ist, und von uns nicht abhängt.W» fühlen, daß der Beweggrund auf uns wirket; das ist,daß er einen Eindruck auf uns machet, und norhwmdigeinen Eindruck machet: aber wir wissen auch, daß der Ein»druck uns nicht nothwendig zum Entschlüsse bewegt, unddaß es allezeit noch i» unsrer Wrllkühc steht, ihm zu wider»stehen, oder nachzugeben.
Cs ist ungereimt zu sagen, daß ein Gefangener, demman die Ketten abnähme, nicht mit freyem Willen enkfire.hm würde, weil die Furcht der Straft für ihn ein nothwen»diger Beweggrund wäre. Man gesteht, baß Dieser Beweg-grund sehr mächtig ist; man gesteht, daß er unfehlbar denWillen bewegen, und daß sich der Gefallene mit Verlangenund Freude die Gelegenheit zu Nutzm machen werde: aberman behauptet, daß er sich dieselbe mir -cm freycsten Wil-len zu Nutzen machen werde. Danur man Duft Wahrheitmit Händen greifen möge, wollen wir folgenden Sah au-nchmen : Wir setzen einerseits, daß ein Menzch zu oberst aufeinem Thurme sieht, welchem der Fuß ausglirscher, undwelcher herabfällt; anderseits sehen nur einen Gefangenen,dem man eben die Ketten abgenommen har: wird man nunjemals sagen, daß die Emsiiehung des Gefangenen keinefreyere Handlung gewesen fty. als der Fall des erster» Men-schen. und daß der Fall und die Emfllehung gleich nvlh-weudig seyn.
Vis.
* Die Freiheit kann auf keine von den Verrichtungenunsrer Seele, die wir kennen , bezogen werden. Denn
StS
* Ebend. 418. Seite.
äeand. I »