Druckschrift 
1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
496
Einzelbild herunterladen
 

496

Fceyheit.

seine Entschlüsse und seine Freiheit. Wir sagen hier nichts,was wir nicht alle selbsten erfahren.

^ Die vertheidiger des Systems von der Freyheit ha-ben , wie mir däucht, allezeit den Zwang mit der Noch«Wendigkeit vermenget, wir glauben fcey zu handeln,so oft wir nichts sehen, was unfern Handlungen einHinderniß in den weg leget, wir fühlen nicht, daß derBeweggrund, der uns wollen heißt, allezeit nothwendigist, und von uns nicht abhangt. Ein Gefangener, dermit Retten beladen ist, der ist gezwungen, im Gesang»Nisse zu bleiben; aber er ist nicht frey, seine Erledigungnicht zu wünschen. Seine Retten verhindern ihn, zuhandeln; aber sie verhindern ihn nicht, zu wollen. Erwird entfliehen, wenn man ihm seiye Retten abnimmt;aber er wird nicht aus frcyem willen entfliehen: dieFurcht, oder der Gedanken von der Strafe sind fürihn nothwendige Beweggründe.

Der Zwang ist ein unübersteigliches Hinderniß, welchesuns nicht thun läßt, was wir wollten, oder eine unwider-stehliche Gewalt, welche uns thun heißt, was wir nichtwollten. Kann man aber unübersteigliche Hindernisse über»steigen, oder einer Gewalt widerstehen, welche uns ungeach»tet alles unfers Widerstandes dahinreißt ? Wenn dieses rich»tig ist, was für einen Unterschied wird dieser Mann zwischender Nochwendigkeit und dem Zwange in den Folgen undWirkungen angeben? Wir warten, bis er uns dieses er-kläret.

' Wir

* Ebend. -sz. Seite.

»st