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1 (1777) A - L
Entstehung
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Freyheit.

Erster Artikel.

Begriff von der Freyheit.

I.

<^>ie Freyheit ist jenes Vermögen, welches wir besitzen, ei-ne Sache zu thun, oder nicht zu thun; sie ist dasVermögen, einen Entschluß zu fassen, und unter zweenenverschiedenen Gegenständen, die sich uns anbiethen, einenzu wählen; sie ist, mit einem Worte, das Vermögen zuthun, was wir wollen, und weil wir es wollen. DieseWahrheit muß oder darf nicht durch Vernunftschlüsse bewie,sin werden r was wir in uns selbst erfahren, was wir vonallen Dingen, die in uns vorbeygehen, erkennen, ist derüberzeugendste Beweis, daß wir wahrhaftig frey sind»Man kann keinen deutlichem und keinen stärkern antreffen.

H.

Wir können uns zwar zuweilen übel entschließen, undübel wählen; wir können uns manchesmal in unser» Ent-schließungen übereilen, von unfern Leidenschaften dahingeriö-sin werden, einen bösen Entschluß fassen, weil wir nicht ge-nug Achtsamkeit und Untersuchung brauchen : und dieses wi-derfährt uns nur allzu oft. Aber die Reue bemeistert sichalsbald unserer Seele; und wir fangen alsogleich an, übelmit uns selbst zufrieden zu feyn, daß wir es gethan Haben.Ist diese Reüe, die wir alsdann empfinden , nicht das rich,tigste Geständniß, daß wir uns für wahrhaft freye Wesen er-kennen ? Denn die Reue ist ein Geständniß und ein Vor,wurf. Len man sich sechsten machet, daß man die Freyheitübel gebrauchet hat. Man bereuet nur deßwegen, was mangethan hat,weil man fühlet,daß man dasVermögen Hatte,diesesnicht zu thun. Aber La man erkennt, daß man das Vermögen

hatte.