Druckschrift 
1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
478
Einzelbild herunterladen
 

478 Fanatismus.

Opfer Iphigeniens, welche von den griechischen Fürstenfeyerlich geschlachtet wurde, als sie Troya belagern wollten;und der älteste, von dem man gewiß weiß, ist der Fanatis-mus des Mesa, Königs der Moabiter, welcher sechsten,als er in seiner Hauptstadt belagert wurde, seinen ÄstenSohn, vor dem Angesichte beyder Kriegsheers, seinen Göt-tern opferte. Die abgöttischen Völker haben nachmals einegroße Menge Beyspiele von Liesen verdammlichen Opfern,und von dieser abscheulichen Raserey, an die Hand gegeben.Man wird bey Euseben von Cäsareen ^ die Benennsngaller Völker anrreffen, welche menschliche Opscr schlachteten;und die Schriftsteller, die er als Bürgen anführet, sindvornehmlich Porphyr, philo von Biblos , Dionys vonHalikarnaß, von denen er weitschichriqe Stellen herbey-bringt. Man kann auch sehen, was plutarch, in seinenrömischen Fragen, Sueron, Tacirus, und mehr andere,lauter heydnische Schriftsteller, davon erzählen.

Was soll man itzt von jenen sogenannten Philosophendenken, welche mir so vieler Hitze gegen den Fanatismusschreyeu, und ihn mit so gräulichen Farben aömalen; Laveyaber nur die Christen desselben beschuldigen, und allezeit diehäßlichsten Züge nur auf die Christen anwenden? Es,gen zuweilen erliche aus ihnen mir dieser Krankheit behaftetgewesen siyn: das gesteht man ohne Beschwerniß ein. Eswar sittlicher Weise unmöglich, daß cs anders gehen sollte,wenn wir die Natur des Menschen, den Inhalt dieser Reli,gion , und die Zeit betrachten, seit welcher sie gepflanzet ist.Aber Lieft Anfälle such kaum merklich, im Vergleichs mitjenen, die man unter denen, die nicht Christen waren, ge-sühler har. Man tvird nichts finden , was, oder den aus-

schrveir

EvanZ. Vorder, a» 2).