Fanatismus. 477
lah Mahomet tvurde mit dem Zunamen Saffab , das ist,Blurvergießer geheißen, weil er jene fir erschrecklich ermordenließ, die nicht wie er dachten. Dieß war im lrächsten Jahr-hunderte, das aufMahomet folgte, die Frucht seiner schwär-merischen Lehre.
Gegen das eilfte Jahrhundert herrschte der Fanatismusder Assesmier, oder Meuchelmörder. Sie waren ein Sproß»ling aus dem Mahometismus. Diese Assesinier waren einkleines Volk, Mischenden Bergen von Syrien und PHS,Mcieneingesperret, welches einem Oberhaupts oder Fürstengehorchte, den man den Alten vom Berge hieß. Seineblinden Unterchanen waren allezeit rüstig, ans das erste Ge,heiß auszugehen, und zu ermorden, wer immer ihnen vonihrem Gebierher ausgezeichnet wurde. * Sie fürchteten we,der den Tod, noch die entsetzlichsten Peinen, weil sie glaub,ten, daß alle Freuden des Paradieses die Belohnung ihresherzhaften Gehorsams styn würden. Diese unselige Zuchtist bald nach den Kreuzzügen ausgetilget worden.
Die gräuliche Seuche des Fanatismus hat vieleicht nir-gends grausamer geherrschet, als in Ameriken, und vorzüg-lich in Mexico, wo die menschlichen Opfer bey Tausendenden Gottheiten geschlachtet wurden. Es schauert die Haut,wenn man erzählen höret, was die Spanier in den Tem-peln desselben Landes entdecket, und was für unermeßlicheHaufen von Leichegerippen sie dort gesehen haben, als sie dasLand erobert hatten. **
Diesem Fanatismus ganzer Völker könnte man den per-sönlichen Fanatismus beyseßen; das ist, die Thaten und La-ster, welche der Fanatismus verfchiednen Privatleuten einge.flößet hat. Der älteste, von dem man reden höret, ist das
Opfer
' Wilh. Tyr.
Er»bk. vor» Mmko.