Evangelium. 46z
lkli „ daß ein Buch, welches zugleich so erhaben und so einfachLer „ ist, ein Werk der Menschen wäre? Ist es möglich, daß
A „ jener, dessen Geschichte darinnen enthalten ist, sechsten
h»t „ nur ein Mensch seyn sollte? Führet er die Sprache eines
aus „ Schwärmers, oder eines ehrsüchtigen Sektirers? Welche
k»li „ Sanftinuch, welche Reinigkeir herrschet in seinen Sitten!
igü „ welche rührende Gnade in seinen Unterweisungen ! welche
U „ Erhabenheit in seinen Grundsätzen! welche gründliche
„ Weisheit in seinen Reden! weiche Gegenwart des Gei.zß> ,, steö, welche Feinheit, und welche Richtigkeit in seinen
W „ Antworten! welche Gewalt über seine Leidenschaften! Wo
k dir „ ist der Mensch, wo ist der Weise, der ohne Schwachheit
W „ und ohne Pralerey handeln, leiden, und sterbet, kann ? —
» „ Aber wo hatte Jesus unter den Seintgen jene erhabne und
Lß „ reine Sittenlehre gelernet, wovon er allein den Unterricht
ik» „ und das Beyspie! gab ? --Sollen wir sagen, die
Pt „ Geschichte des Evangeliums sey nur für die Langeweile
ml „ ausgedacht worden ? Nein; also denkt man nicht aus: und
M „ die Begebenheiten des Sokrates, an denen Niemand zwei,
>tt', „ fest, sind weniger bewiesen, als die Geschichte Jesu Chri,
N, „ sti. Es würde unbegreiflicher seyn, daß mehrere MenschenP „ sich verstanden hätten, dieses Buch zusammenzuschmie,W „ den, als daß ein einziger den Stoff dazu hergegeben hät,Mi „ te. Niemals würden die jüdischen Schriftsteller, oder eineM », solche Redart, oder eine solche Sittenlehre erfunden haben:, Ai „ und das Evangelium Hat so rührende, so vollkommen un,„ nachahmliche Kennzeichen der Wahrheit an sich, daß derA „ Erfinder davon bewundernswürdiger wäre, als der Held,M „ den es vorstellet,,.
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