446 Evangelium.
Liese Bemerkungen, Lieft Argwähne Frerets zeigen dannnichts anders, als Arglist, Unwahrheit, und den Geist derVerführung an.
VII.
wir haben schon gesehen, daß es ehemals eine grö-ßere Menge von Evangelien gegeben hat, die heut zuTags unter die Zahl der unächren geseyet worden sind,warum sind sie durch mehrere Jahrhunderte in so gro-ßen Ehren gehalten worden, als die übrigen ? und wa-rum hat man sie in der Folge verworfen? Ist ihreSittenlehre nicht die nämliche gewesen ? Ja. Aber manvernehme die Ursache, wegen welcher man sie aus derZahl der kanonischen Bücher auegemustert hat. Nachdem Tode Iesu Christi haben die Gektirer, oder Jünger,sehr viele Erzählungen seines Lebens oder seiner Wunder-rhaten bekannt gemacht. Das Wort: Evangelium, be-deutet nichts anders, als: eine gute Zeitung, oder einewahre Zeitung. Ein jeder Geschichtsschreiber schmückteseine Erzählung mit diesem Titel aus, um das Vertrauenseiner Leser zu gewinnen. Nichts destoweniger wider,sprachen sich diese Erzählungen an unzählbaren Stellen.Die Vernünftigsten unter den Christen merkten, daß die-se Verschiedenheit der Zeugnisse einen unumstößlichenBeweisgrund gegen sie an die Hand böthe. Sie ver-sammelten sich, und wählten ans allen diesen Geschich-ten jene heraus, welche zum meisten Verhältniß mit ein-ander hatten, oder sich zum wenigsten widersprachen:diese nahmen sie an, und erklärten die übrigen für »st-ächt. Man trifft in mehreren dieser unächten Evangelien,die bis auf uns gekommen sind, Stellen an, welche
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* Zerglied. der christl. Nelig, r?. Seit.