Druckschrift 
1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
432
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4zr Evangelium.

Jahrhunderte erhielt der heilige Hieronymus * vom PapsteDamasus den Auftrag, das ganze neue Testament zu durch-gehen, und die alre italinnssche Übersetzung mir den Urschriftenaus das vollkommenste gleichförmig zu machen. Von dersel-ben Zeit an, sind die Evangelien ohngsfahr in dem gleichenStande geblieben , wie wir sie heut zu Tage haben. Undsollte man in gewissen Uebcrseßungen erliche Wörter, etlicheAusdrücke verschieden antreffen; so würde man nichts defto-weniger in der Wesenheit, LaS ist, in allen Begebenheiten,in Len Lehrsätzen, und in der Sittenlehre, allezeit das Glei-chefinden. Folglich ist man allezeit versichert, daß die Evan-gelien in ihrer ganzen wesentlichen Lauterkeit erhalten wordensind, wie wir es in dem zweylen Theile unserö Vortrages an-gedeutet haben.

Endlich har die Kirche niemals andere Evangelien erkannt,als jene, die wir hmr zu Tage erkennen. Man kann sichin diesem Stücke nicht stärker und entscheidender ausdrücken,als es Origencs gerhan hak. Man vernehme, wie er in sei-ner ersten Homilie über den heiligen Lukas spricht: Wir erfahren, saget dieser gelehrte Mann, ,, aus dem Ein- gange des heiligen Lukas, daß mehrere sich bestrebet ha- ben, die evangelische Geschichte aufzuseßen. Dieser Aus- druck: sie haben sich bestrebet, ist eine Beschuldigung von der Seite her, die ausjene zielet, welche sich unterfan- gen haben, Evangelien zu schreiben, ohne daß sie durch die Eingebung des heiligen Geistes dazu angetrieben wa- reu. Matthäus, Markus, Johann, und Lukas ha«,, ben sich nicht bestrebet, Evangelien zu schreiben ; sondern,, sie haben es geschrieben, weil sie vom heiligen Geiste er« füllet waren. Man erkennt in der Kirche vier wahre

Evan-

« vorred. in die Evang.