Erbsünde. 42 l >
§. III.
ir Wir wollen alles, was der Leser von diesem Hauptlehr,li, säße der Religion glauben und zugeben soll, wiederholen,
>!' und durch einfache und deutliche Schlüsse ihm vor die Augen
^ legen.
Erster Schluß.
Aus allem, was wir in diesen dreyen Artikeln vorgetra,
^ gen haben, folget, daß der Lehrsatz von der Erbsünde ein ummnstößlicher Lehrsatz ist, weil er in der göttlichen Schrift sodeutlich verzeichnet steht; weil ihn das Licht der Vernunft^ allein schon im Dunkeln wahrgenommen hatte, und weil^ man einen sehr lebhaften Schein davon in den alten Erbleh,
^ ren antrifft; weil dieser Lehrsatz das einzige Mittel ist, die. Ursachen des betrübten Zustandes des Menschen zu entdecken,
1 und zugleich den Schöpfer zu rechtfertigen. Der menschlicheStolz, und die unruhige Neugierde, können zwar einige Be,
^ schwernisse dagegen einwenden, welche nichts weniger als un-^ auflöslich sind, oder sie können ihn durch unbestimmte und^ ungegründete Fragen anfechten: aber man kann unmöglich^ die siegreichen Beweise widerlegen, welche die Christen vonW dieser Wahrheit beybringen.
' Zweyter Schluß.
^ Es folget, daß die Erbsünde hauptsächlich in folgenden^ Stücken besteht: l. in der Herabsetzung der menschlichenNatur, welche der ursprünglichen Gerechtigkeit beraubet ist;
«llk 2. in der Verwirrung und Unordnung, welche der Verlurst
P dieser Gerechtigkeit in dem Vermögen und de» Kräften des
Menschen gestiftet hak; z. in jenem Hange und jenen Nei«
^ Zungen, welche ihn antreiben, gleichsam natürlicher Weise,
^ seine Liebe und seineEmpfindungen den Geschöpfen zu widmen,anstatt daß er sie dem Schöpfer widmen sollte: daraus ent,
Ili D d z steht