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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
420
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42» Erbsünde.

Böse, die Neigung zum Bösen, in mir wohn«, habe ich das Gesetz Gottes, welches mich antreibt, das Gute zu wollen: denn der innere Mensch in mir, das ist, mein Gemüth, trägt an dem Gesetze Gottes ein Wohl, gefallen. Aber ich sehe in meinen Gliedern ein anders Ge- setz, welches dem Gesetze meines Gemüths widerstrebet, und mein Gemüth dem Gesetze der Sünde unterwirft, das in meinen Gliedern wohnet. Ich gehorche also mit meinem Gemüthe dem Gesetze Gottes, und mit meinem Leibe dem Gesetze der Sünde,,.

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Hier ist eine Beschreibung des Menschen, wovon mannothwendig die Richtigkeit erkennen muß; hier ist eine Er-klärung des Verderbnisses, das in der menschlichen Naturwaltet, und das uns unsre persönliche Erfahrung eingestehenheißt; hier stnd alle Folgen der Erbsünde deutlich erläutert.

Die Ungläubigen mögen den Lehrsatz von der Erbsündefür ein Mährchen ausgeben; die Freydenker mögen ihr Ge-spött damit treiben: ein christlicher Philosoph wird sich da-durch nicht hintergehen, oder irre machen lassen. Er wirdzu jenen sagen, daß ihre schwachen Einwürfe durch die un,umstößlichen Beweise, worauf dieser Lehrsatz gegründet ist,zu Boden geleget werden. Zu diesen ^wird er sagen, daßLeute, die sich nicht stark genug wissen, um Vernunfrschlüs»se zu machen, oft zur Spötterey die Zuflucht nehmen. Erwird zu beyden sagen, daß ihre Einwürfe und ihre Spötterreyen nichts anders sind, als Beweise von der geringenKenutniß, die sie von Dingen haben, welche diesen Stoffbetreffen, oder ein schwacher Trost, den sie sich bey der Aus-sicht eines Lehrsatzes verschaffen wollen, der ihnen nur deß,haben lnisfällt, weil er sie verdammet und demüthiget.

§. III.

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