zy4 Duldung,
sten vorträgt, zu verdammen. Die Philosophen treiben hemzu Tage die Vorwürfe, die man ihr in diesem Stücke ma-chet , noch viel weiter. Die allerverführendsten Fangschlüsse,die künstlichsten und arglistigsten Umschweife, werden ange-wendet, um jene zuchintergehen, die sich durch das Geschreylcichtlich überreden lassen, die niemals auf den Grund derDinge sehen , und nachmals, wie die übrigen, wider diesesVerfahren der Kirche schreyen. Um dieser Ursache halbenwollen wir mit kurzen Worten sichere, klare, und deutlicheBegriffe von jener Unduldsamkeit angeben, die man so ge-häßig vorzustellen sich bestrebet.
Was ist dann die Unduldsamkeit der katholischen Kirche,gegen welche die Philosophen sich ohn Unterlaß ereifern? Sieist, können wir sagen, die wahre Ehre, und der glänzendsteBeweis von der Heiligkeit dieser Kirche; sie ist zugleich dieVerzweiflung und die Verdammung der Philosophen. Denn,um sie genau und richtig zu bestimmen, ist die Unduldsam-keit der katholischen Kirche nichts anders, als ihre Treue undStandhaftigkeit, mit welcher sie das geheiligte Unterpfandder göttlichen Wahrheiten, das ihr vertrauet worden ist, ganzrein und unverfälscht bewahret. Dieß vorausgesetzt, sagenwir:
i. Die Unduldsamkeit ist eine so wesentliche Eigenschaftder Kirche, als ihre Heiligkeit, ihre Gewalt, und ihr Rechtzu lehren.
Fürwahr, da diese Kirche die Verwahrerinn der Wahr-heit ist , wie man es nach einer kurzen Weile beweisen wird;so kann und soll sie nichts als die Wahrheit lehren; sie kannund soll dieselbe niemals verheelen, oder verletzen, oder ver-stellen : , sonst wäre sie weder eine getreue Verwahrerinn, nocheine Heilige Kirche mehr; und die Religion , welche sie leh-ret,
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