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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
390
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Z9V Duldung.

Es ist unstreitig, saget er weiter, daß die Christen ihreReligion zur herrschenden machen wollten. Laßt uns ausBescheidenheit das Wort: herrschende: in allgemeine verrändern. Alsdann werden wir ans gleiche Weise sagen: Esist unstreitig, daß die Christen ihre Religion zur allgemeinenReligion machen wollten ; und sie hatten gutes Recht dieseszu wollen, l. Weil ihre Religion vom Himmel gebrachtworden war, um die ganze Welt zu beleuchten und zu ver-bessern. 2. Weil Jesus Christus semen Aposteln gebossenhatte, dieselbe alle Völker zu lehren, z. Weil der größesieVorcheil, und das größeste Gut, das man der Weit ver-schaffen konnte, darinnen bestand, daß die Abscheulichkeiten,welche der Götzendienst eingeführet hatte, abgeschaffet, undeine Religion voller Heiligkeit, wie die Religion Jesu Christiist, an dessen Stelle eingesetzt werden möchte.

Sodann frage ich die Philosophen sechsten, ob die CHri,sten nicht Ursache hatten, zu wünschen und zu verlangen,Laß ihre Religion die allgemeine Religion werden sollte.

Wir haben das Wort: allgemeine, an die Stelle der herr-schenden gesehet, weil man aus diesem sehr gehäßige Folgenziehen kann. Der Leser wird eben so leicht unsre billigen GrämLe dazu, als die verkehrten Absichten des Widersachers ein-sehen.

XVI.

Die Juden wollten nicht, daß die Bildsäule Jupiterszu Jerusalem seyn sollte; aber die Christen wollten nicht,daß sie im Capitolium stünde: ihre Meynung war, daßdie ganze Welt christlich werden müßte. Sie waren dannuorhwendiger weife Feinde der ganzen Welt, bis sie be-kehret wurde.

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