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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
378
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378 Duldung.

der einzige Lehrsaß, dem Rousseau die Annahme versaget,

die Unduldsamkeit. Wie läßt sich all dieses vergleichen ?

I. Art. Man bilde sich aus dieser geringen Zahl derArtikel eine Religion, welche, also zu reden, die leutse-lige und gesellige Religion seyn soll. Wir haben schonangedeutet, daß eine leutselige und gesellige Religion eineUngereimtheit sey, weil Religion nichts, als eine Beziehungauf Gott, und eine Pflicht gegen Gott ausdrücket. Aberdie Religion hängt von den menschlichen Verträgen nicht ab,und sie kann ihr Ansehen nicht von den menschlichen Verna,gen herholen.

II. Art. wen« Jemand etwas gegen sie lehret, soller aus der Gesellschaft verbannet werden. Unsre Philo/sophen werden nicht sehr geneigt seyn, diesen Artikel hinge,hen zu lassen. Sie finden allzu viel Vergnügen dabey, daßsie der Freyheit zu denken, zu reden, und zu schreiben ge-nießen.

III. Art. Man komme seinen Nationalreligionen mitaufrichtigem Herzen nach. Die Philosophen spielen inWahrheit eine schnackische Rolle. Sie verhöhnen diejenigen,welche der Religion, die Jesus Christus gelehret hat, mitaufrichtigem Herzen Nachkommen; aber sie verlangen, daßman mit aufrichtigem Herzen jenen Nachkommen solle, die ih,re starken Köpfe, und ihre närrischen Gehirne auögedachthaben.

I V. Art. Nehmet euch keine Mühe,um eure Religionenbey andern Völkern einzuführen, u. s. w. Jesus ChristusHak seinen Aposteln befohlen, hinzugehen, und alle Völker zuunterweisen: und Rousseau will nicht gestatten, daß man denmindesten Eifer zur Unterweisung anderer zeigen solle. I"sitS sagte zu ihnen: Sie sollten den himmlischen Vater bit-' ten,