Druckschrift 
1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
369
Einzelbild herunterladen
 

Ü-h

>ki,

-il

i»r,

ch

W

>W

K!

P

B

dB

Duldung. Z69

weiter. Aber wann sind sie es? Alsdann, wenn man nichtzufrieden ist, auf eine irrgläubige Weise zu denken; sondernbeständig fortfahrt, wider die Religion zu schreiben, zu reden,und zu lehren. Man duldet die Juden im Kirchenstaate undin mehrern Ländern Europens, und man duldet sie, weilsie stille.sind. Die Philosophen sollen nur auch stille bleiben,so wird man sie auf gleiche Weise dulden.

VI.

Gott bewahre/ -aß ich jemals -en Menschen dengrausamen Lehrsatz der Unduldsamkeit predige! daß ichjemals sie anreize, den Nächsten zu verfluchen, und zuandern Menschen zu sagen: Du wirst verdammet wer-den!

Dieß ist so viel, als wenn Rousseau sagete: Gott be,wahre, daß ich jemals jenen Ausspruch Jesu Ch«sti wie-derhole: 2 wer nicht glaubet, der ist schon gerichtet,wer nicht glaubet, der wird verdammet werden.

Aber man fraget den Philosophen: Welches aus diesenMlM Dingen ist grausamer, und füget den Menschen mehrUebelS zu: oder die Duldung, welche die Religion auslö,schet, und die Sitten verderbet; oder die Unduldsamkeit,welche diesen Unordnungen und Ausschweifungen Einhaltthun würde?

Heißt es den Nächsten verfluchen, wenn man ihn auf-halten will, da er seinem Verderben entgegeneilt? Ein klu-ger Christ wird zu andern Menschen nicht sagen: Du wirstverdammet werden. Er wird mit ihnen sprechen, wie dieApostel mit den Heyden sprachen. Die Vernunft ist, in Ab-...... Mt

' Mark. XVI.ä. Band»

Aa