Z70 Duldung.
sicht auf die Heyden der vorigen Zeiten, und in Absicht aufdie heutigen Philosophen, eine und dieselbige.
VII.
* wer immer zu sagen waget: Außer der Kirche istkein Heil zu hoffen; der soll aus dem Staate gejaget wer-den. Lin solcher Lehrsatz ist nur in einer theokratischenRegierung gut; in jeder anderer ist er schädlich.
* * *
Wenn aber dieser Lehrsaß im Evangelium steht, warumsollen jene aus dein Staate gejaget werden, die einen Lehr,saß des Evangeliums wiederholen wollten? Man muß danndas Evangelium auch aus dem Staate verweisen. Mein esist augenscheinlich, daß dieser Lehrsatz sich darinnen befindt.Jesus Christus saget förmlich: ** Wer an das Evangeliumglaubet, der wird selig werden; und wer nicht daranglaubet, der wird verdammet werden. Und wieder: ***wer immer die Rirche nicht höret, der soll für einen Hey-den gehalten werden. Heißt dieß nicht ausdrücklich bedeu-ten : Außer der Rirche ist kein Heil zu hoffen? Wird esdann ein Verbrechen seyn zu denken, wie Jesus Christus ge-dacht har?
Aber dieser Lehrsatz ist schädlich. Mau sollte auf dasAnsehen Jesu Christi glauben, daß dieser Lehrsatz billig,nützlich, und nokhwendig sey. Und welches aus Beyden sollden Vorzug haben, das Ansehen Jesu Christi, oder das An-sehen des Johann Jakob Rousseau?
VIII.
**** Ls ist unmöglich, mit Leuten, die man für ver-dammet hält, friedfertig zu leben: sie lieben, wäre so
viel,
» Gestllsth. verte. 4- R. 8. Rap. " Mark. XVI.
Matth. XVM. Gesellsch. vertr. 4' S. 8. Rap.
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