;s4 Duldung.
erlaubet seyn, eine billige Vercheidigung zu fodern, und da,gegen zu sehen? die Betrüge, die falschen Grundschlüsse,das Zetergeschrei) zu entdecken, zu überweisen , zu Schau,den zu machen? Mit was für einem Rechte sollen sie vonjenen das Stillschweigen fodern, die sie so Hart verletzet ha«ben ? Und kann inan diese fortwährenden Ausrufe von Frie«den, Sanftmuth, Menschlichkeit für etwas anders betrachtten, als für ein Hohngelächter, wodurch sie die Christenaufs Neue verspotten, oder für geklügelre Kunstgriffe, wo«durch sie die Welt hinter das Licht führen, und ihren Ein-griffen und Gottlosigkeiten einen frcyen Lauf sicher verschaf-fen wollen?
Dafern ein Unterthan von den Landsgeseßen, von denFürsten, von der Regierung der Oberteilen also redete, wiedie Philosophen von den Glaubenslehren, von den Gesetzen,von der Regierung, von den Priestern in der Religion re-den ; würde man ihm wohl Gehör geben, wenn er die Dul,düng verlangte? Würde man ihm vergeben, wenn er sagte:* Man darf niemals fürchten, daß eine philosophischeMeynung dem Staate schädlich seyn könnte. Unsre Ge-setze mögen immer unfern weisen Vernunftschlüssen zuwider-laufen ; sie werden deßhalben von unfern Philosophennicht minder in Ehren gehalten. Würde man eS unge-straft hingehen lassen, wenn er etliche zerstreute Nachrichten,die etwa einigen Staatsräthen zum Nachtheile gereichten, bos-hafter Weise hervsrsuchete, um alle verhaßt zu machen,gleichwie sie dergleichen Nachrichten, welche die Diener desHeiligthumes betreffen, heraussuchen, verfälschen, und ver-unstalten? Würde man ihn nicht für einen Aufwiegler hal-ten, wenn er nicht abließe, jene zu verschreyen, die den
Staat
> j>"i"
Iss
ßrd
B
§ m! noch>8!»
' imj»
* Volt, vermischt. Schrift. 27. Rap.