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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
352
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gz2 DuldUNg.

Grundsätzen der Duldung ganz eingenommen war, wagte ersich, also zu ihm zu sprechen.

Mein Herr! Wir hören in allen Gelegenheiten die Herrren Philosophen ihre Liebe zuin Frieden betheuren ; nur tzö,ren sie mit einem zärtlichen Ausbruche des Herzens für dieGelindigkeit der Duldung sprechen, und mit der größestenHeftigkeit gegen jene schreyen, die sie unduldsam nennen.Aber ihre Verheurungen scheinen mir wenig aufrichtig, undich sehe nicht, daß ihr Geschrey oder allzu vernünftig, odersehr gut gegründet sey. Ich glaube sogar, daß es nichtschwer seyn würde, ihnen zu beweisen, daß nichts der Ver,nunft mehr zuwider, und für die Gesellschaft schädlicher-re, als ihr Begehren, und die Art ihres Betragens.

Die Christen bekennen sich, mein Herr! seit siebenzehnhundert Jahren zur Religion Jesu Christi, welche im heili-gen Evangelium ausgezeichnet ist. Diese Religion ist,nach dem Zeugnisse aller, die sie kennen, die heiligste, dieanständigste für Gott, die geschickteste, um die Menschenzu den wahren Tugenden auszubilden. Sie Hat einen Gort,menschen zum Stifter. Die Weisheit und Allmacht Got,ter haben augenscheinlich bey ihrer Ausbreitung den Vorsitzgehabt. Drey Jahrhunderte har sie gegen alle Mächte derErde, gegen alle Leidenschaften, gegen alle Laster gekämpftt:und die Geduld, die Sanftmuth, das Blut ihrer Märty-rer, ihre Wunderwerke, ihre Tugenden sind allein ihre Waf-fen gewesen. Eben zur Zeit ihrer größesten Prüfungen undVerfolgungen hak sie eine wundervolle Menge großer Man,ner hervorgebracht, welche nicht allein durch ihre Tugenden,sondern auch durch ihren Verstand, ihre Naturgaben, ihreEinsichten, die Heyden in Verwunderung setzten: dergleichenJustin, Athenagoras, Tatian, Drrtullian, Jrenäus,

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