Z4r Duldung.
sten aus allen unduldsamen Leuten sind, wie wir es in dem
folgenden Artikel zeigen wollen.
Dritter Artikel.
Man kann nicht widersinnischcr handeln, als die Phi-losophen, da sie für sich die Duldung fodern, undgegen andere die unduldjamsteu Leute selb-steu sind.
^at man jemals eine solche Widersinnigkeit gesehen, wiebey unfern Philosophen ? Wenn es auf die Meynungen«»kömmt, die sie an sich nehmen, und andern beybringenwollen; sie möchten immer so ebenteuerlich, ungereimt, gott-los, und gefährlich seyn: so begehren sie, daß man dieselbennur für philosophische Belustigungen, für gleichgültige Scher,ze, für unvernünftige Zweifel, für sichere Mittel ansehen solle,die Vernunft aufzuklären, die Vorurtheile zu vernichten,und die Wahrheit besser an der. Tag zu legen.
Kömmt es aber aufdie weisesten Vorstellungen ihrer Wi,-ersacher an, womit ihnen diese ihre Jrrkhümer sittsam wi,-erlegen, und die Ungereimtheit oder Gottlosigkeit der Grund«säße, die sie ausstreuen; die gefährlichen Eingriffe, womitsie die Gründe der guten Sitten verletzen ; die Aergernisse,-je sie in den Gesellschaften ausgeben; die Beleidigungen,die sie der Religion zufüzen, ihnen zu erkennen geben: dannhält es ihr verletzter Hochmuth nicht mehr aus; dann fin-det man an ihnen nichts mehr, als aufgebrachte Leute ; undjene, die von eitel Frieden, Sanftmuch, Sittsamkeit, undNächstenliebe sprachen, werden die ungestümsten, und ra»sendsten aus allen Menschen. Strafreden, Schmähschriftten Schimpfwörter, Verleumdungen, Betrüge: alles wird««gewendet; alles kömmt in Aufruhr. Der große Voltaire
hat