Duldung. Az-
stellet er die erlouchtetsten Väter und Lchrer der Kirche nichtanders vor, als Leute voller Vorurtheile, von schwacherEinsicht, mit lächerlichen und verächtlichen Vernunstschlüssen.Hier * scherzet er über alle Religionen, und über alle Gottes,dienste: dort ^spricht er mit einem lebhaften und zärtlichenEifer allen Leidenschaften und Wohllüsten das Wort: abernoch hitziger spricht er für die Duldung, welche denen zuStatten kommen soll, die solche Gräuel und Gottlosigkeiten,wie er, in die Welt ausstreuen. Fürwahr, wenn der ab-scheuliche Namen des Antichnsts nichts anders, als denFeind Jesu Christi und seiner Religion bedeutet, so hat Nie,mand mit befferm Rechte auf diesen Namen den Anspruch,als der Schriftsteller, von welchem wir reden.
Rousseau, der mehr zu fürchten ist, als Voltaire, weiler die Art vernünftig zu schließen besser versteht, und derden Wohlstand genauer beobachtet, weil er gemeinlich dieTugenden und die guten Sitten in Ehren hält: Rousseau,sageich, will von einer geoffenbarten Religion kern Worthören; er versuchet alle stärkeste Ausfälle wider die Offenba-rung; ec bemühet sich alle ihre Gründe wankend zu machen.*** Die Weissagungen und die Wunderchaten sind in seinenAugen nicht anders, als Kinderpossen oder Betrüge. Wenner gleich em sehr herrliches Zcugniß von dem Evangeliumableqet, so saget er nachmals dennoch: Dieß Buch ist
voller Sachen, welche der Vernunft widersprechen, undwelche ein verständiger Mensch unmöglich begreifen oderzulassen kann. Und da er von der katholischen Religionredet, saget er rund heraus: Sie ist so augenschein-
lich
* Reise des Gear. " Phil. Gesp. vom Vergnüg.
*** Briefe von dem Berge. ***' Emil. ; Band. Gkit.
»'»«» Eesevsch. Vertrag. 4. Q s. Rap.
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