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schuldigen, daß sie den graulichen Lehrsaß behaupten, welcher
wider die Duldung streitet.
Die Christen dagegen finden nicht viele Beschwerniß, ih,nen zu antworten. Sie untersuchen erstlich, was die wah«ren Grundsätze jener Duldung styn, auf welche sich die Phi,losophen mit so vieler Hitze berufen : nachmals sagen sie ih,nen, daß die Absicht ihrer Wünsche nicht jene weise und verrnünfrige Duldung sey, die wir eben beschrieben haben; son«dern eine allgemeine Freyheit, um alle Gottlosigkeiten auszu»streuen, welche von erhitzten Köpfen erzeuget werden könnten:sie geben ihnen den lächerlichen Widersinn ihres Betragenszu bemerken, da sie für sich die Duldung fodern, und gegenandere die unduldsamsten Leute sind: endlich zeigen sie ihnen,daß nichts der Vernunft mehr zuwider, und schädlicher fürdie Gesellschaft seyn würde, als die Duldung, die sie zu be,gehren nicht Nachlassen.
Dieß ist der große Zankapfel zwischen den Philosophenund den Christen. Laßt uns zum Anfänge sehen, wie es dieChristen umgreifen, um ihre Gründe festzuseßen; nachmalswollen wir vernehmen, was die Philosophen ihnen daraufantworten: dann werden wir im Stande seyn, ein Urtheikzu fällen.
Erster Artikel.
Was sind die wahren Grundsätze der Duldung, webche die Philosophen verlangen?
LV^enn man nur ein Wenig den Herrn Philosophen nach«schleicht, und ihre Art zu denken, zu schreiben, undzu reden erforschet, so bringt man es bald zu Stande, denGrund ihrer schönen Seelen zu entdecken, und ihre wahren