Drcyeinigkeit. zrs
^ Wenn man also den vorigen Beweisgrund wieder auknimmt, kann man eine neue Unterscheidung ««zeigen, welche^ der ersten zur Erläuterung dienen mag, und man wird sa-
^ gen: Dinge, die mit einem dritten Dinge einerley sind,
' ^ sind auch unter einander einerley. Läßt sich dieser Grund-ig sah sowohl auf Dinge anwenden, von denen man klare Be,
^ griffe hat, weil sie nicht über dem Bezirke unsrer Vernunft
^ stehen; als aufDinge, von denen man keine deutlichen Be,
^ griffe hat, weil sie über-den Bezirk unsrer Vernunft hinaus,
E reichen ? Dieß kann man nicht zugeben. Dieser Grundsich
'ch läßt sich nur auf Dinge anwenden, von denen man klare
iß Begriffe hat, weil sie nicht über den Bezirk unsrer Vernunft
» sind. Diesen Punkt allein darf man zugeben.
D Damit man über einen Gegenstand einen richtigen Ver,D mmstschluß fällen könne, muß er unter dem Bezirke unsrerVernunft, und nicht über das Vermögen unscrs VerstandesO hinaus seyn; man muß klare, deutliche, und ganz verständ,
« liche Begriffe davon haben. Wenn aber der Gegenstand ineine verborgne Dunkelheit gehüllet ist, oder wenn er durchM seine Erhabenheit sich von unserm Verstände nicht erreichenPd läßt; so ist es nicht möglich, deutliche und bestimmte Be,
B griffe davon zu haben: und wenn man keine deutlichen und
bestimmten Begriffe davon hat, so ist es unmöglich, die au,genschcinlichsten Beweisgründe auf diesen Gegenstand sicher^ st anzuwenden.
Wir wollen diesen Gedanken durch zwey Beyspiele, durch^ zwo Fragen beleuchten. Giebt es einen Gott? und: Wa«ist Gott? Daß es einen Gott gebe, ist eine Kenntniß, welr^ che noch sehr wohl im Vermögen unsrer Vernunft und un-sere Verstandes ist. Die ganze Natur giebt ihn uns zu er-kennen, und lehret uns fein Daseyn: und wenn wir in uns
X Z selb-