Druckschrift 
1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
319
Einzelbild herunterladen
 

s!!ü

»

d-k

>B

Dreyeittigkeit. zi9

förmlich ausschließe, was der andere vorsteller, oder daß inden Ausdrücken, derer man sich bedienet, um dieses Ge,heimniß vorzutragen, einer förmlich verneine, was der ande,re bejahet.

Folglich ist es unmöglich zu zeigen, daß in dem Geheim,niHe der Dreyeinigkeir irgend ein Widerspruch siy.

Durch diese Schlußrede, durch diesen Vernunftschlußbeweisen wir unfern Saß, und damit wir die Stärke davonbesser zu erkennen geben, wollen wir jeden Thei! erklären.

1. Der Vordersich unsrer Schlußrede ist die Bestimmungdes Widerspruchs selbsten. Denn um zu behaupten, daßein Saß einen Widerspruch enthalte, muß aus den Begrif,fen, welche diesen Saß ausmachen, einer förmlich ausschlie,ßen, was der andere vorstellet, und man muß diesen Gegen,saß oder diese Ausschließung gegen einander deutlich erkennen.Der Vordersah der Schlußrede ist dann ein Grund, welchemder Ungläubige selbsten nicht entstehen kann.

2. Laßt uns zum Mitkersiche schreiten. Die Ausdrücke,welcher sich die Christen bedienen, da sie ihren Glauben vonder Dreyeinigkeit vortragen, sind die Ausdrücke: ftlbststän,diges Wesen, Natur, Wesenheit; und die Ausdrücke:Personen, Vaterschaft, Rindschaft, Ausgehung, odettVater, Sohn, und heiliger Geist.

Aber welcher Mensch wird sich getrauen zu sagen, daßer von dem, was diese Ausdrücke vortragen, klare Begriffehabe; das ist: von dem selbstständigen Wesen, von derNatur, von der Wesenheit Gottes, von der Art des Da-seynsGottes, von dem, was in Gotteist? Wenn es ge,offenbarer ist, daß es in Gotte eine Vaterschaft, eine Rind-schaft, eine Ausgehung gebe, wer wird sich getrauen zersä-gen, daß er von dem, was diese Ausgehung, Rindschaft,

und