z l 8 Dreyemigkeit.
Was bleibt aber, nach einer so ausdrücklichen Verkünd»gung der Dreyfaltigkeit der Personen, und der Einheit derNatur Gottes, einem Philosophen noch zu thun übrig? Oderer muß sich unterwerfen, und dieses unerforschljche Geheim,niß demüthig anbechen; oder er muß behaupten, das Evan,gelium verdiene kerne Achtung von einem vernünftigen Men-schen. Auf welche Seite soll er sich schlagen ?
Vierter Artikel.
Es ist unmöglich zu zeigen / daß in dem Geheimnisse derDreyeinigkeit irgend ein Widerspruch sey.
<^>ie Dreyemigkeit, wie wir gesaget haben, ist ein Geheim,niß, durch welches wir an einen einzigen Gott glau,ben, der in dreyen Personen besteht; oder, durch welches wirglauben, daß die unendlich einfache Natur Gottes drey Per,sonen in sich enthalte, welche der Vater, der Sohn, undder heilige Geist sind; also, daß diese Personen nur eine glei-che Wesenheit oder Natur mit einander haben, und nur eineneinzigen Gott ausmachen. Diesen Begriff soll man von derDreyeinigkeit haben, und diese Besinn nung soll man davongeben: und man vernehme, wie man beweisen kann, daß esunmöglich sey zu zeigen, daß dieses Geheimniß irgendeinenWiderspruch in sich enthalte.
Der Widerspruch ist ein förmlicher Gegensaß, den mandeutlich merket, zwischen Begriffen, von denen einer förm,lich auSschlicßr, was der andere vorstellet, oder zwischenAusdrücken, von denen einer förmlich verneinet, was derandere bejahet.
Nun aber ist es unmöglich zu zeigen, daß unter de»Begriffen, die man von der Dreyeinigkeit angiebt, einer
förmlich