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Ewige Dauer der Strafen. 299
sich schon in diesem Leben. Ihr, und eure Irrthümcr, oVölker! sind ihre Werkzeuge. Sie brauchet die Uebel, dieihr anrichtet, um die Laster zu bestrafen, welche sie herbey-gezogen haben. In euern unersättlichen Herzen, die vomNeide, vom Geize, von der Hoffart gequälet sind/ strafendie rächenden Leidenschaften eure Verbrechen, mitten un-ter euerm falschen Wohlstände. Was ist es vonnöthen, dieHölle im zukünftigen Leben zu suchen ? Sie wohnet schonin diesem Leben im Herzen der Boshaften.
* * *
Wer sollte glauben, daß der große Philosoph Rousseaunicht von einem Blatte zum nächsten schreiten könnte, ohne daßer sich auf die ausdrücklichste Weise widerspräche? was istmir daran gelegen, saget er hier, was aus den Gottlosenwerden möge? Ich nehme wenig Theil an ihrem Geschicke.Man wende das Blatt um, so wird er uns sagen: wenn diepeinen der Bösen ein Ende nehmen sollen , so preise ichdich dafür, o mildes und gütiges Wesen! Ist der Böse dannnicht mein Bruder ? wie oft bin ich versuchet gewesen,ihm gleich zu werden ? Er soll glückselig siyn, wie ich;sein Glückstand wird nur den meinigen vergrößern.
Hier sitzet er die Strafen des zukünftigen Lebens unterdie Zahl der unnützlichen Fragen; und in eben demselben Ban-de sieht er sie für eine ausgemachte Nochwendigkeit an*:Philosoph! saget er, deine sittlichen Gesetze sind ganzschön; aber zeige mir zur Gnade ihre Verbindlichkeit.Höre auf, einen Augenblick in der Irre herumzuschwei»fen, und sage mir rund heraus: was sitzest du an die
Stelle
* 187. Seite.
Rousseau^ Ioh. Jak. Sein Artikel steht im Bande meiner hist.
und krit. Nachrichten.