29 8 Ewige Däner der Strafen,
ist, womit die Güte Gottes nothtvendig verbunden feyn muß.Der Mensch ist ein Geschöpf, welches schwach in seinem Ver-mögen , beschränket in seinen Einsichten, abhängig in seinemBetragen ist. Gott ist ein Wesen von einer unendlichenWeisheit, welches alles erkennt, was der Würde seiner Voll-kommenheiten gebühret, und was die Pflicht des Geschö«pfes ausmachet; er ist unendlich in seiner Macht und seinerGewalt, weil er ein unabhängiges Wesen, und die allgemei-ne Grundursache ist. Sein Geseß muß der Liebe, derMacht, der Gewalt des Vaters über seine Kinder zur Leit,schnür dienen; dieses muß die Größe und die Gränzen da-von bestimmen. Die Liebe Gottes gegen seine Geschöpfe istdurch eine unendliche Weisheit geordnet, und mit einer un-endlichen Gerechtigkeit verbunden : denn es ist für Gott ebenso wesentlich, unendlich gerecht im,Belohnen und Strafenzu seyn, wie es seine Weisheit fodert, als es für ihn we-sentlich ist, unendlich gütig zu seyn. Die väterliche Gütedes Menschen kann also der Güte Gottes nicht zur Vorschriftdienen, und die Vergleichung, die Toussaint davon machet,kann also nicht auf allen Seiten richtig seyn.
H.
* Fragen Sie mich nicht, ob die peinen der Gott-losen ewig dauren werden: ich weiß es nicht; und ichhabe die eitle Neugierde nicht, unnützliche Fragen zu er-läutern. was ist mir daran gelegen, was aus den Gott-losen werden möge? Ich nehme wenig Theil an ihremGeschicke. Unterdessen fällt es mir schwer zn glauben,daß sie zu peinen ohne Ende verdammet werden sollen,wenn die göttliche Gerechtigkeit sich rächet, so rächet sie
sich
- Cmil. z. Ban», zz. Seite.