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Ewige Dauer der Strafen. 297
Rachsucht für Gerechtigkeit, welches er allein hätte brau-chen sollen, damit er diesen Lehrsaß des Chriftenthumes ver.haßt machen möge.
Die zweyle Bemerkung ist diese, daß er, wie es scheint,ein sehr armseliger Philosoph seyn muß, da er saget, die Ver-nunft belehre uns, daß die Strafen nach diesem Lebennicht ewig seyn. Wir haben in unserm ersten Satze bewie-sen , daß uns die Vernunft gerade das Widerspiel eingiebt.
Die dritte Bemerkung besteht in dem, was er von derväterlichen Güte Gottes daher schwatzet. Laßt uns dieß Ge-schwätze auseinander legen, i. Scheint die väterliche Gü-te Gottes in seinem Betragen gegen die Menschen hervor ?2. Ist die väterliche Güte eine Vorschrift, die sich in allenAmgen auf die Güte Gottes anweuden läßt ? Dieß müssenwir alsbald untersuchen.
Man vernehme, was wir zum ersten Punkte sagen. Kannman die väterliche Güte Gottes in den Zweifel ziehen, da mansicht, wie viel Gutes ec über die Menschen ausgisßt; mit wel-cher Zärtlichkeit er sie zur Liebe der Tugend einlädt; wie vieleGnaden er ihnen anbeut; mit was für Geduld er ihre Aus,schweiftrngen überträgt; wie viele Zeit er den Gottlosen ver-leiht , damit sie ihre Sünden bessern möchten; wie viele Dro,Hungen er sie vernehmen läßt, damit sie in sich gehen , undLen furchtbarsten Strafen des zukünftigen Lebens entweichensollten? Kann man bey dieser Aussicht die väterliche GüteGottes in den Zweifel ziehen ?
Aber soll diese Güte nach der Güte der Menschen geordnetseyn ? Keineswegs : denn die väterliche Güte ist ein Gefühl,welches der Schöpfer der Natur den Menschen gegen jeneeingeflößet hat, von denen sie Väter sind; welches aber mitder Einsicht, der Macht, und der Gewalt nicht verbunden
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