284 Ewige Dauer der Strafen.
aller Dinge ist, dessen furchtbaren Namen ich sogar nichtauszusprechen wage. Ec läßt oft die Tage des Laster-haften sich verlängern. Aber wenn man seinen Augenzu entgehen glaubet, da man das Laster begeht, soschwebet man in einem unglückseligen Irrwahne. DieHand Gottes hält noch zurück : der Lasterhafte magsich diese Augenblicke zu Nutzen machen , oder die ent,setzlichsten Strafen erwarten. Sollte man nicht sagen, esseyn diese Heyden schon drey oder vier hundert Jahre vor Je-su Christo vom Lichte des Evangeliums beleuchtet gewesen,' und sie haben nur vor der Zeit die evangelischen Stellen er-kläret und ausgeleget ? plutarch redet ohngefähr die gleicheSprache in seinem Werke, das die Aufschrift hat: Mankann kein glückseliges Leben führen, wenn man denGrundsätzen Epikurs folget. Diogenes Laertius berichtetuns, daß protagoras ein Buch von eben diesem Inhaltegeschrieben habe: und man könnte ein langes Verzeichnisheydnischer Schriftsteller Herseßen, welche die gleiche Mey<nung angenommen hatten.
Der verwegenste Feind des Christenthumes, da er diegeoffenbarte Religion des Vorzugs berauben will, daß sie dieQuelle der Grundlehrsätzs in der Sittenlehre siy, dienet unshier noch sechsten gegen seine Absicht. Er bekennet, daß derLehrsatz von der Unsterblichkeit der Seele aus dem lieftstenAlterthume entspringe, und daß er den morgenländischen Völ,kern nicht unbekannt gewesen sey. Ein zweyter Zoroaster,saget er, ^ hatte nur die alte Religion der Perser vollkom-mener gemacht. In ihren Lehrsätzen trifft man die er-sten Begriffe von der Unsterblichkeit der Seele, und voneinem zukünftigen seligen oder unglückseligen Leben an.
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