Chrkstenthum. 275
Der Beweggrund es ersten Erstaunens wird aufhören,wenn man bedenket, daß der Mensch die wahren Beleuchttungen in Religionssachen allein der Gnade Jesu Christi undder Kraft des Kreuzes zu verdanken hat.
Der Beweggrund des zweyten Erstaunens wird gleich,falls aufhören, wenn man bemerket, daß diese Religion, daste so heilig ist, eben deßhalben die Feindinn der reizendstenund stärksten Leidenschaften ist, und daß allezeit nur das Ver-derblich des Herzens und der Stolz des Gemüthes die Men,schen gegen ste empören können.
Wir könnten noch viele andere Schilderungen der heyd,Nischen Sitten beyseßen, wenn wir noch vorstellen wollten:die gräuliche Grausamkeit, womit man gegen die erobertenStädte, gegen die bezwungenen Fürsten und Völker ver,fuhr; die Unbilligkeit, mit welcher man den überwundnenVölkern den größesten Theil ihrer Länder nahm, und demsiegenden Volke zueignete, woher bey den Römern die Acker,geseye, oder die Theilungen der Felder entstanden; die gro-be Dummheit, und ungesittete Wildart so vieler Völker,welche nur von den Beleuchtungen des Christenthums dieBesserung ihrer Sitten empstengen. Was waren die Go,then, die wenden, die Burgunder, ehe sie Christen wur,den ? Und ohne daß wir auf so entfernte Zeiten zurückforschen,was waren die Canadier, die Paraguayer, die Mexikaner,ehe sie durch die Sorgfalt der Glaubenöprediger gebessert undausgebildet worden sind?
Was wir bis daher vorgetragen haben, erklecket schon zumBeweise der unendlichen Vortheile, welche das Christenthumin der Weit gestiftet; der Ehrlichkeit und Sanftmuth, diees in den Sitten eingeführet; der Sicherheit und des Frie,dens, den es in den Gesellschaften des Bürgerstandes und des
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