Christentum. 269
Sechste Schilderung.
Die Ermordung der Fürsten.
Die rasenden Plauderer, die das Christenthum ohne Umterlaß, als eine Religion der Spaltung und Zwietracht vorstel,len, welche die Staaten, Königreiche, und Kaiserthümerzu Boden stürzt, wollen es auch für eine mordsüchtige Reli,gion ausgeben, die für die gekrönten Häupter die allergefähr,lichste wäre.
Sie sind in diesem Stücke nicht einerley Meynung mit ei,nein der berühmtesten Gelehrten dieses Jahrhunderts *, wel,eher, wenn er gleich ein Protestant ist, dennoch bekennt,daß aus allen Religionen die katholische den Fürsten zumgünstigsten ist. Ohne daß wir in einem so augenscheinlichenStücke einen Beweis aus Vernunfkschlüssen anführen, wollenwir die Wahrheit durch die Geschichte fühlbar machen; wirwollen den neuen Vortheil zeigen, welchen das Christenthumder Welt verschaffet hat, da es das Leben derjenigen ehrwür,dig machte, welche die Vorsehung zur Herrschaft aufgestellethat. Wenn der Ehrgeiz, die Rachsucht, der Schwär mgeist,der Geist der Empörung etliche jener abscheulichen Lastertha-ten bey den Christen hervorgebracht hat, so sind sie ganz selt,sam gewesen, und allezeit verabscheuet worden; indessen daßsie bey den Heyden sehr zahlreich, fast allezeit ungestrafet. Undsehr oft geehrer und belohnt gewesen sind.
Außerdem, kömmt es wohl Philosophen zu, welche diegiftigsten Feinde der Fürsten sind, welche sie mit den schwär,zesten Farben abmalen, welche sie vorstellen, bald: ^ wiesie das Brod den Armen aus den Händen reißen, wie sieden Diebstahl, die Pressungen, die Ungerechtigkeiten ge-
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* Hume Gefch. des Hauses von Stuard.
- Entlarvt. Lhrrstenth. y. Geile.