26b Chrisieiithum.
ßig Jahre verflossen, eh man in diesen Meutereyen das Blutder Bürger vergießen sah: und da sich die Wukh bis aufdie Zeit der Gracchier immer werter vermehrte, wurde Romein immerwährendes Schlachtfeld, wo ein Bürger an demandern nichts, als den verhaßtesten Feind, erblickte.
Ohngefähr vierzig Jahrs darnach, erwachte diese Wuthaufs Neue wieder stärker als jemals, durch die bürgerlichenKriege des Marius und des SyUa. Rom, Italien, Grie-chenland, Spanien wurden mit römischem Blute beschwem-mek. Die Achterklärungen zu beyden Seiten verschontenweder Stand, noch Herkunft, noch Blntsftenndschaft. Einjedes Geschlecht hatte seine verlornen Freunde besonders zutrauren; und diese besondre Trauer diente nur, um zu neuenErmordungen und zu neuer Rache aufzumumem. Der grö-feste Theil der Römer gieng durch die Waffen der Römer zuGrunde.
Von demselben betrübten Zeitpunkte an, folgte ein Bür-gerkrieg aufden andern. Minder als fünfzehn Jahre nachdem Tode des Sylla, stiftete Catilina eine Verschwörungwider sein Vaterland, und kam um, da er die Waffen inder Hand trug. Cäsar, hakte wenige Jahre später, dasgleiche Vorhaben, und weil er, zum Unglücke seines Vater-landes, schicklicher zu Werke gieng, zerstörte er das Gemein-wesen , machte sich zum einzigen Herrscher des Reiches, undwurde nach fünfJahren bürgerlicher Kriege ermordet. SeinTod gab Gelegenheit zu einem neuen Kriege unter den beru-fenen Dreymännern, Octav, Anton, und Lepidus, woaller Gräuel vom Kriege des Sylla erneuert wurde. Oc-tav behielt allein die Oberhand. Rom schien unter seinerRegierung ein Wenig auszuruhen. Aber es mußte bald wie,der unter der Grausamkeit der Tiberen, Laligula, und Ne-nnen