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Christenthum. 26s
Man werfe nur, um sich davon zu überzeugen, seineAugen auf die Königreiche und Kaiserthümer, welche denWeltkreis beherrschet haben. Man halte sich Anfangs beyjenem Reiche auf, dessen Regierung für die weiseste gehaltenwurde, und welches das mächtigste gewesen ist; ich meynedas römische Reich. Man forsche seinen Wechselungen nach,von dem Tage an, da Rom durch den Romulus gebauetwurde, bis auf die Zeit, wo es unter Lonftantmen dasChristenthum annahm; das ist, während eines Zeitkaufesvon zehn Jahrhunderten. Was für fortwährende Bewegumgen, Verwirrungen, Empörungen, Ermordungen gab esnicht? Was für Ströme von Blute hatten nicht Rom, Ita-lien, das Reich überschwemmet?
* Diese berühmte Stadt wurde zum Allfange, zwey hun-dert vier und vierzig Jahre lang, von sieben Königen beherr-schet ; und aus diesen sieben Königen starben nur drey ruhigaufihrem Throne, drey andere wurden grausam ermordet,und der vierte wurde vertrieben. Auf den Sturz der Kö-nigswürde gründete sich die Regierung der Bürgermeister;aber sie hatte nicht zwanzig Jahre gewähret, so entstandschon Zwietracht zwischen dem Volke und den Großen.Das Volk zog aus Rom, und verheerte die Gegend; dieGroßen waren gezwungen nachzugeben: das Bürgermeister-amt kam wieder auf; aber man erwählte zugleich die Zunft-meister, eine auftührische Oberkeit, welche unter dem Vor-wände , das Volk zu schuhen, zwischen den verschiednenStänden des Staates eine beständige Uneinigkeit unterhielt.Dieser Geist der Aufruhr beunruhigte das römische Volk,durch drey ganze Jahrhunderte, so heftig, daß niemals drey-
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