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Chriffenthum. r^7
Erstlich soll hier alles verschwinden, was man jemalsvon allen berühmtesten Gelehrten, von den tugendsamstenMännern, von den beleuchtetsten Gesetzgebern gesaget, ge-schrieben , oder ersonnen har. Die Gesetzgeber, die Gelehr-ten waren nichts als Menschen: und der Stifter des Christen-thumes ist ein Gottmensch; er ist eine göttliche Person, dieewige Weisheit, Gott selbsten, der durch ein unbegreiflichWunder sich mit der menschlichen Aatur also bekleidet Hat,Laß er zugleich wahrhaft Gott, und wahrhaft ein Mensch ist.Man muß dann nicht erwarten, etwas eitel Menschliches anihm zu sehen ; man muß nicht staunen, daß alles an ihmmit dem Siegel der Göttlichkeit bezeichnet ist.
Man fasset leicht, daß cs di- Würde eines so anßeror,dentlichen Gesandten heischete, durch herrliche Vorsagnngenund unterscheidende Merkmäler bezeichnet zu werden, wodurcher vor allen übrigen Menschen kennbar gemacht werden möch-te. Es haben ihn auch unzählbare Mengen von Weissagun,gen, viele Jahrhunderte, eh er sich zeigte, unter den glan,zendsten Sinnbildern, und mit den sinnreichsten Ausdrückender Welt angekündet. Mehr als achtzehn hundert Jahrevor seiner Geburt, zeiget Jakob * die Umstände der Zeit an,zu welcher er für das Heil der Menschen gebohren werden soll,te. Michäas ** nennet die Stadt, wo dieser König, MeS,sias, auf die Welt kommen mußte. David giebr uns dieBeschreibung von allen seinen Leiden, seiner Herrlichkeit, sei-nen Siegen, seinem ewigen Reiche über alle Völker. Jsa-ias ***, nachdem er ihn in seiner ewigen Gottheit g-zeigethat, verkündet seine wundervolle Geburt aus einer Jung-frau: er stellet ihn auf Erden, als das Urbild der vollkom-mensten Tugenden vor: er schildert ihn, wie er die Armen
unker-
* I. v. Moses. XXXXIX. " V. VII. 4- 49.