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Chineser. 147
Ihre Baukunst hat nichts, was von Fähigkeit oder Ge-schmack- zeugete. Der kaiserliche Pallast zu pekin fällt durchseine unermeßliche Größe, und Lurch ein kostbares Aussehenin die Augen. Aber man nimmt durchaus nichts daranwahr, was der weisen Anrichtung, der Richtigkeit, den Ver-zierungen, und dem Geschmacke der griechischen und römischenBaukunst ähnlich wäre. Sie ist sogar unsrer schönen gorthischen Bauart nicht vergleichbar, welche durch ihre Kühn-heit in Erstaunen setzet, und oft die niedlichste Leichtigkeitmit einer verwunderlichen Feste verbindet. Dieses Ur-theil fället darüber ein geschickter Künstler aus der römischenAkademie vom heiligen Lukas * in seinen Briefen, welcherselbsten die letzten zwanzig Jahre seines Lebens zu pekin zu-gebracht hat.
Weil wir in diesem Reiche, welches seit mehr als viertausend Jahren mit Ruhme sich erhält, nur so schwacheScheine von etlichen Wissenschaften, und eine gänzliche Un-wissenheit von allen übrigen antreffen; weil diese Völker keineNaturkunde, keine Erdbeschreibung, keine Geschichte, keineSprachen, keine Arzneykunst, keine schönen Wissenschaftenverstehen; so unterweisen Sie uns doch, gelehrter Geschichte-schreiber Voltaire! worinnen das Verdienst Ihrer chinesischenGelehrten und Deisten bestehe.
Durch jenes, was wir hier in diesen zwoen Untersuchun-gen vorgerragen haben, laßt es sich urrheilen, wie vielenGlauben Voltaire in allen Dingen verdiene, die er mit sogroßer Zuversicht, sowohl von dem Alterthume des chinesischenReiches, als von dem Verdienste der chinesischen Gelehrten,auf die Bahne bringt. Damit wir aber dem Leser in allen
Stücken
* Der Br. Attiret, ein Iesüit.
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