Beschneidung. 5?
find: und ein jeder männliches Geschlechtes, der nichtbeschnitten ist , soll aus der Mitte des Volkes ausgerottetwerden , weil er meinen Bund verletzet hat.
Um die Pflicht dieses Bundes zu erfülle« , hat Abra-ham sich selbsten beschnitten, ob er gleich neun und neunzigJahre alt war: er beschnitl zu gleicher Zeit seinen Sohn Js-mael, welcher schon dreyzehn Jahre zählete; endlich beschnitler auch alle in seinem Hause, die männliches Geschlechtes wa,ren: sie mochten nun bey ihm, oder in fremden Ländern ge-bohren seyn.-
Diese Stelle und diese historischen Umstände geben sehrviel Licht über die Beschneidung, und sollen uns in sehr vie-len wichtigen Stücken, die damit ein Verhältniß haben, ausdem Zweifel ziehen. Wir sehen erstlich dadurch das Alter,thum der Beschneidung, weil sie bis auf fünfzehn hundertJahre weiter znrückgeht, als die Griechen sich verleget ha-ben, die Geschichte zu schreiben. Wir finden dadurch dieUrsache, wegen welcher die Araber sich erst mit dreyzehnJahren beschneiden lassen, weil nämlich Jsmael, der Stamm,vater dieses Volkes, im gleichen Alker beschnitten worden ist.Wir entdecken dadurch die wahren Ursachen jenes Vorzuges,den die Juden vor allen Völkern der Erde zu behaupt en glau,beten; ich will sagen: das sonderbare Bündniß, welches Gottmit ihnen errichtet, und die Verheißungen, die er Abrahamgegeben hatte. Endlich erkennen wir, warum der Gebrauchder Beschneidung, wenn sie gleich unter etlichen andern Völ-kern gemein geworden, dennoch niemals so ftyerlich, so beiständig, so gottselig, als unter den Israeliten gehalten wov.den ist, weil sie nur bey den Israeliten durch einen ausdrück-lichen Befehl des Himmels eingeseßet war. Nachdem wirdiese deutlichen und einfachen Begriffe von der Beschneidung
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