56
Beschneidung.
^!^te Beschneidung war bey den Hebräern das Zeichen unddas Unkerpfand des Bundes, welchen Gott mit ihrerNation gestiftet hatte. Alle christliche Gemeinen habensie allezeit für das erste Sacrament der jüdischen Religion an-gesehen. Der Namen: Unbeschnittener, war ein Schimpf-namen nach dem Verstände der Juden; und sie hielten allejene, die dieses Zeichen des Bundes, der Heiligung, und dergöttlichen Ausnehmung nicht empfangen hatten, für unhei-lige Leute.
Der Anfang der Beschneidung geht bis auf Abrahamzurück; das ist: beynahe zwey tausend Jahre »or der GeburtJesu Christi, und ohngefähr fünfzehn hundert Jahre vor derGeburt Herodotus, des Vaters der Geschichte, oder, wieihn Cicero nennt, des Vaters der Lügen. Man vernehme,wie der Befehl lautete, welchen Abraham von Gotte sechstenwegen dieser gottesdienstlichen Sahung empfangen hatte. *Ich will durch einen ewigen Vertrag mit dir, und mit dei-nem Geschlechte nach dir , einen Bund stiften, damit ichdein Gort und der Gott deiner Nachkommenschaft seynmöge. Rraft dieses Vertrages sollen alle Rnäblein un-ter euch beschnitten werden, und diese Beschneidung solldas Zeichen des Bundes seyn, den ich mit dir aufrichte.Ein jedes Bind soll am achten Tage nach seiner Geburtbeschnitten werden; und alle männliche Rinder, sowohldie Rnechte, welche in deinem Hause gehohren sind/ alsjene, die du gekaufet hast, sollen ohn Unterschied beschnit-ten werden, wenn sie gleich nicht von deinem Stamme
sind:
' !. L. Moses. XVII.