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1 (1777) A - L
Entstehung
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Atheist. 55

wendig ist, um die billigen Rechte der Religion zu verthei,digm , als die bürgerlichen Gesetze nochwendig sind, um dieRechte der menschlichen Gesellschaft zu behaupten; einen Ei-fer , welcher mit den Gottlosen und Freygeistern strenge verfah-ren dürfte, wie die bürgerlichen Gesetze mit den Verbrechernund Störern der Ordnung und Ruhe in der menschlichen Ge-sellschaft verfahren dürfen. Unterdessen hüten sich die HerrenPhilosophen fleißig, diese nokhwendige Unterscheidung zn ma-chen ; sie vermengen insgesammt unter dem Namen: Fana-tismus , alles, was Religionseifer ist. Wenn es aber er,laubet ist, diesen häßlichen Namen einer jeden Ausübung derGewalt in der Religion beyzulegen, warum leget man ihnnicht auf gleiche Weise einer jeden Ausübung der Gewalt inder bürgerlichen Gesellschaft bey ? Ol die Freygeister habenihre guten Ursachen, um dieses bleiben zu lassen. Sie dür-fen ohne Gefahr den Fanatismus der Priester ausschreyen;aber es wäre gefährlich, eben dieses von der Oberkeit znthun.

z. Man thut ohne Scheue den Ausspruch, daß der Fa-natismus, das ist: der Religionöeifer, tausendmal schädlichersey, als der Atheismus. Rousseau von Genf denket ganzanders; er zeiget sogar den Gegensatz. Und fürwahr, werkönnte sich bereden, daß der Fanatismus mehr Uebels anstel-le» würde, als der Atheismus, als der Unglauben, als dieVernichtung aller Grundsätze der Sittenlehre, als alle jeneunverschämten Gesetzbücher, die allen Leidenschaften freyenZügel schießen lassen?

Nicht die Vernunft, nein! die schärfesten Gesetze sollteman zu Hülfe nehmen, um diejenigen auf den rechten Wegzu bringen, welche so verdammliche Grundsätze zu verbreitenwagen.

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