Atheist. 47
Handsexikons vernehmen, rior Zeiten, saget er, lief einjeder Gefahr für einen Zauberer gehalten zu werden, derin einer Runst ein Geheimnis; wusste. Line jede neueSekte wurde beschuldiget, bey ihren heimlichen OpfernRinder zu erwürgen; und ein jeder Philosoph, der vonder philosophischen Schulsprache abgieng, wurde vonTräumern und Schelmen des Atheismus angcklaget, undvon Thoren verdammet.
Wie viele Worte, so viele Beschimpfungen des Mensch,lichen Geschlechtes. Zu den Zeiten, welche zum mindestenaufgeklärt waren, hat es allezeit noch Leute gegeben, die einegesunde Vernunft besaßen. Einer, der ein Geheimnis inemcr Kunst wußte, konnte den unwissenden Pöbel in Erstau-nen setzen, und vor verständigen Leuten sich erklären; undalsdann lief er durchaus keine Gefahr.
Es ist grundfalsch, daß alle Sekten beschuldiget wordensryn sollen, Kinder zu erwürgen. Diese Beschuldigung istnur wider die ersten Christen, und zwar von etlichen heyd,nifthen Schwärmern gemacht worden, welche das Christen,thum eben so sehr hasteten, als es gewisse Philosophen zuunftrn Zeiten hassen.
Was für ein Unterschied zeiget sich zwischen der alten undneuern philosophischen Sprache? Die alte war oft dunkelund unverständlich: und die neuere ist fast allezeit vermessenund gottlos.
IV.
waget cs Anapagoras zu behaupten, daß die Sonnenicht vom Apoll geleitet werde, so heisst mau ihn einenAtheisten, und er wird gezwungen , die Flucht zu neh-men. Aristoteles wird von einem Pfaffen des Atheismus
beschul,