Atheist. 27
Wir können eben diese Frage an diejenigen stellen , welche sa-gen , daß der Begriff von Gott eine Frucht der Staalöklug-heitfty. Dieses ist die ganze Antwort, welche man ihnenschicklich geben soll. *
Nach allen diesen Untersuchungen fällen wir kein Unheil.Wir lassen es den Leser entscheiden, ob es jemals Atheisten ausUeberzeugung gegeben habe, oder jemals habe geben können;das ist: Leute, die, nachdem sie alles reiflich untersuchet hat-ten , überzeugt geblieben wären, daß es keinen Gott giebt.
Zweyter Satz.
Es giebt, und kann Atheisten aus Neigung geben; dasist: Leute, die wünfcheten, daß keinGott wäre.
/Rs befinden sich in dem Herzen des Menschen allzu viele Lei«^ denschaften, und diese Leidenschaften reißen ihn in allzuviele Ausschweifungen dahin, daß es alsdann nicht zu seinemVorkheile ftyn sollte, und daß er im Grunde seines Herzensnicht wünschen möchte, baß kein Gott wäre. Es kann alsoAtheisten im Herzen geben, und gieöt derer wirklich einige;das ist : Leute, welche wünfcheten, daß kein Gott wäre;welche sich alle Mühe geben, sich sechsten und andere zu bereden,daß kein Gott fty. Laßt uns diesen Beweis aus einander legen.
Die trauervollen Anblicke, welche uns so oft vor die Augenkommen, geben uns nur allzu sehr zu erkennen, daß dasmenschliche Herz voll hitziger, ungestümer, und unordentli-cher Leidenschaften ist. Man nennet unordentliche Leidenschaftten jene, die weder die Ordnung, noch die Billigkeit, noch dieEhrlichkeit, noch das natürliche Recht, und die Rechte derGottheit, noch endlich alle Gesetze in Acht nehmen , welchebillig und werft in sich sechsten sind, und znm Grunde der
Glück-