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nicht widersprechend, daß es höchst gerecht, und zu gleicherZeit unendlich gütig ist. Noch mehr! wenn ihm eine von die,sen Vollkommenheiten fehlere, so wäre es Gott nicht mehr;es wäre unsrer Anbethung nicht mehr würdig.
Allein wenn wir Mühe haben, alle diese göttlichen Ei«genschasten zu vergleichen, so kömmt es daher, daß wir sienicht deutlich genug, und nicht weitläufig genug erkennen, janicht einmalzu erkennen vermögen,damit wir geradezu besinn,men dörften, was ihnen zukömmt, oder was ihnen zuwider,laufen möchte. Wir können ihr Daseyn nicht streitig machen;wir können nicht alle ihre Verwandtschaft, und Ueberemstim-mung mit einander erkennen. Es kann also Niemand, alsvermessene Mißlinge, den Ausspruch thun, daß sie nebeneinander nicht bestehen können.
Ihr sehet noch bey, daß der Begriff von einem Gottewohl etwa von der Furcht entsprungen seyn könnte: ?nmu8in orbe Oeos lecit trmor. Es ist sehr wahrscheinlich, daßder Erste, der dieses gesaget hat, nicht der ehrlichste Menschvon der Welt gewesen seyn mag. Wenn ein Schelm an Gottdenket, scheuet und fürchtet er ihn; wenn ein ehrlicher Manndaran denket, so hoffet er auf ihn, und liebet ihn. Es wäregut, wenn man zuweilen nach dem Ursprünge gewisser Lehr»säße forschere. Aber genug von diesem! wir wollen die Be,schwerniß mit zwcyen Worten aufheben.
Wenn es in der Thar geschehen ist, daß man aus Furchtdie Götter erfunden har, so bitten wir die ihigen weisen Epiku-räer, uns zu unterrichten, zu welcher Zeit, in welchem Jahr,Hunderte, bey was für einem Volke diese neue Erfindung aus,geh-ckkt worden sey; wie sie unter andern Völkern sich ausge,breiter habe;wie sie nachmals beynahe gänzlich vergessen worden,und nur noch in dem Gehirne etlicher Freygeister geblieben sey.-
Wir