i2 Aberglauben.
in.
Es giebt vieleicht einen Aberglauben, der zu ver-zeihen ist, und sogar zur Tugend aufmunrcrt; nämlichjenen , der die großen Männer, welche die wohlthäterdes menschlichen Geschlechtes gewesen sind , unter dieGötter versetzet. Es wäre besser, sonder Zweifel, daßman zufrieden wäre, sic bloß für ehrwürdige Männeranzuschcn, und daß man besonders sich Mühe gäbe, ih-nen nachzufolgen. Verehret ohne Religion einen Solon,einen Thalcs, einen Pythagoras; aber bethet keinenHerkules an, weil er die Ställe des Augias gesäuberthar, u. s. w.
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An wen richtet er dann diese Worte: der 'die Wohl»thätcr des menschlichen Geschlechtes unter die Götter ver-setzet ? Etwan an Heyden? Aber die Götter des Heyden-thumes, zum Beysprels, ein Unzüchtiger Jupiter, einschelmischer Merkur, ein Mars, der unvernünftiger als einKurscheupftrd war, wären keine sehr ehrliche Gesellschaft,und keine sehr schmärrchelhaste Belohnung für tugendhafteMenschen gewesen. Will er mit Christen reden? Aber dieChristen erkennen kerne Gesellschaft von Göttern. Sie ver-sehen die tugendhaften Menschen nicht unter die Götter;sondern in den Himmel zu Gotte.
Was will er durch diese Worte sagen: Verehret ohneReligion? Wenn wir von dem Worte Religion, wie es
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Derehret ohne Religion) DerGrundterthat: stws e«üe.
Beyde stanzösische Worte führen, wie mir däuckt, den Begriff einergeheiligten Deutung mit sich; und eben darinnen liegt der Grund desWiderspruches, den man hier erprobet. Die Stelle im Teutschenist rieleicht nicht so bestimmet, so deutlich: — genug man läßtes jedem ftep, sich einen bessern Ausdruck zu Lenken. ^