Aberglaube». z
Wenn man nach dem Ursprünge der Religion, - und nachihrem Stifter zurückforschetwird man Augenblicks erken-nen, daß sie aus Gotte selbsten gequollen ist. Er hatihre ersten Grundsätze in das Herz des Menschen geprägetMda er ihn beleuchtet hat, zu erkennen, was er der Gottheit,was er seinem Nächsten schuldig ist, und was für Tugendenseiner Natur anständig und nochwendig sind: und ebendiese Grundsätze machen eigentlich die natürliche Religionaus, welche in allen wahren Religionen begriffen ftyn muß.Er hat diese erste natürliche Religion durch die wirklichenGesetze, und durch die Wahrheiten, die er zu verschiede-nen Zeiten durch seine Propheten verkündigen ließ, vollkom-mener gemacht: und er hat das letzte Siegel darauf gedrü,ckek, als er seinen einzigen Sohn, das ewige Wort, zuden Menschen herabsendete, damit er ihr Vorbild in allenPflichten, und zugleich ihr höchster Gesetzgeber werdenmöchte.
Wenn man die Religion nach dem untersuchet, was sievorschreibt, so wird man nichts anders darinnen entdecken,als was die Seele erhebt, was ihr die edelsten Gesinnungeneinflößet, und was fähig ist , Len Menschen würdig vorGotte, achtbar und liebenswertst vor seinem Nächsten, undvollkommen gerecht, heilig, und untadelhastzu machen.Was sie vorschreibt, ist manchesmal mühsam, und fälltder Narur beschwerlich. Aber es ist die Ehre damit ver-bunden ; die Seelenruhe ist die nothwendige Folge davon,und der Mensch kann kein süßeres Vergnügen kosten, alswenn er sicher und mit entschloßnem Muthe vor dem Rich-rerstuhle seines eigenen Gewissens erscheinen darf; vor jenemRichterstnhle, welcher für den Gottlosen und den Frcygcist
As so