L Aberglauben.
möge». Die Hülle, wormit sie sich bedecken, ist der Ei-fer wider den Aberglauben. Damit sie der Raserey diesesvorgeblichen Eifers Genügen schaffen, vermischen sie unterdem allgemeinen Namen von Aberglauben alle Satzungen,Gebräuche, Uebungen, und Gewohnheiten der Religion : siebestreben sich, alles, was nur immer ehrwürdig und heiligist , unter der unbestimmten Beschuldigung von Aberglaubenzu verschreyen: alle Pflichten gegen Gott; alle verschiedenenArten von Ehrbezeignngen, die inan Gotte leistet; alles,was eine mittelbare oder unmittelbare Verbindung mit Got.te hat, heißt nichts anders , wenn man sie recht versieht,als Aberglauben. Um ihre verhaßten Trugschlüsse auszu-wirren, und das Dunkel zu zerstreuen, wodurch sie sichzuvsrbergen, und die Wahrheit zu verfinstern trachten, wol,len wir zum Anfänge die Begriffs bestimmen, von dem, wasman durch die Religion verstehen soll, und was den Nameneines Aberglaubens verdienet: nachmals werden wir den Fre-vel und die Gottlosigkeiten zu erkennen geben, welche sie aus-streuen, um für Aberglauben gelten zu machen, was immerin der Religion heilig ist.
Erster Artikel.
Wo man erkläret, was durch den Namen: Reli-gion , verstanden werden solle.
Oaßt uns erstlich die Begriffe bestimmen, von dem, wasdurch den Namen: Religion,verstanden werden soll. Mankann die Religion, oder als ein Verbindniß zwischen Gottund dem Menschen, oder als das Gesetzbuch der Pflichtendes Menschen gegen Gott betrachten. Will man den Grunddieser Vorstellung untersuchen, so findet man, daß es nichtsHeil-.gers und wichtrgers für den Menschen geben kann, alsdie Religion.
Wenn