Druckschrift 
1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
LXXIII
Einzelbild herunterladen
 

unserer Zeiten. Lxxmsind die schönen Früchte des philosophischen Gei-stes , und der Denkensart, welche die Philosopheneingcflößet haben.

Man höre dann auf, alle diese Schriftstellerder philosophischen Rotte mit Entzückung zu prei-sen, durch die unmäßigsten Lobsprüche zu erheben,sie für einzige oder weit höhere Genien, als dasübrige Menschengeschlecht, bekannt zu machen.Nur die Ruchlv/gkeit, das Vorurtheil, oder dieBlödsinnigkeit mögen ein solches Unheil fällen oderannehmen.

Leute von geringer Einsicht und Bemtheilungsollen aufhören zn sagen: Ewig Schade, daß so große Geister ihre Talente nicht besser verwen- det haben! sie hätten der Religion eine unend« liche Ehre erworben, Sie sollen wissen, daßunsere neuern Philosophen ihren Ruhm und ihrenNamen nicht so sehr der Überlegenheit ihrer Ta-lente, als der Neigung zum Laster, welches sieohn Unterlaß einflößen und preisen, zu verdankenhaben. Sie sollen wissen, daß die Weisheit unddie Wahrheit aus ihrem Munde nicht mehr Kraftund Anmuth haben würden, als sie im MundeBossuetS, Fenelons, Aöbadiens, Bourdalouenshatten. Sie sollen endlich wissen, daß sie beyWeitem nicht so stark gerühmet, gelesen, angesehenwaren, wenn alles, was für einen ehrlichen Men-schen unanständig ist, nämlich, die Spötkerey, dieUnwahrheit, und manchesmal die ausgelassenstee 5 'und