unserer Zeiten. r.xxr
wärtigen Jahrhunderts auf die Genien des vorher,gehenden Zeitalters wahrgenommen wird?
Die Philosophen haben die Menschen denkengelehrek! Aber haben sie denken g^lehret, wie jenergroße Mann* gedacht hat, der Größeste, den dieRömer aufzuweisen hatten, und der in seinen phi,losophischen Werken, die Nothwendigkeit einer Re,ligion, die Pflichten gegen die Gottheit, die Vor,züge der gesellschaftlichen Tugenden, den Edelmuch,womit man sich über die Leidenschaften erheben muß,mit so vieler Wohlredenheit, Stärke, und An«muth bestätiget? Dieser große Mann hatte nurdas natürliche Licht und die Vernunft zur Leitung;und ungeachtet dessen fodert man die ganze hoch,müthige Rotte der heutigen Philosophen auf, umetwas vorzutragen, worinnen so viele Weisheitund Einsicht, so viele liebenswürdige, nützliche,und einnehmende Wahrheiten enthalten seynmögen,als in diesem einzigen heydnischen Schriftsteller ent,halten sind.
Die Philosophen haben die Menschen denkengelehret? Aber wen haben sie es gelehret? Etwaneine feurige, ungestüme, unerfahrne Jugend, dienichts weiß, und alles entscheiden will? bey wel,cher oft der stolze und hochmüthige Ton das ganzeVerdienst auemachet ? Haben sie die Jugend geleh,M, daß eine achtungvolle Ehrerbiethung gegen die
Wei,
* Cicere.
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