Lxx Philosophischer Geist
Kreis ihrer Kenntnisse und der Zirkel, in welchem
sie sich unaufhörlich herumdrehen.
Endlich giebt man uns die Philosophen fürGenien an, welche die Finsternisse der Unwissen-heit und der Vorurtheile zerstreuet haben, welchendieses Zeitalter alle seine Einsicht zu verdanken hat,und welche die Menschen denken gelehret haben.
Die Philosophen haben die Menschen denkengelehret! Aber wäre es nicht richtiger gesprochen,wenn man sagere, daß sie die Menschen nichts wei-ter gclehret haben, als ihre Vernunft zu miöbrau,chen, auf eine lächerliche Weise einen stolzen undhochtrabenden Ton an dis Grelle der Vernunft zusehen, alle Einsprechungen einer freydenkcndm Ein-bildungskraft den Vorstellungen der gesundestenVernunft vorzuziehen?
Die Philosophen haben die Menschen denkengelehret! So wußte man also vor ihnen nicht zudenken? Man wußte dann in jenem schönen Zeit-alter Ludewigs des Vierzehnten nicht zu Lenken; injenem Zeitalter, welches so fruchtbar an außeror,deutlichen Genien war; in welchem alle Gattun-gen von Wissenschaften, Talenten, und freyenKünsten zu ihrer Vollkommenheit gebracht wordensind, die man nachmals nicht mehr erreichet hat;und weiches an allen Orten und im ganzen Um-fange von Frankreich Denkmäler hinterlassen hat,die zu allen Zeiten von dem großen Abstande zeu-gen werden, der von den meisten Genien des gegen-
wär,