I.XIV Philosophischer Geist„dem Schriftstellern suchete, wahrhaftzu entzü,„ cken; nur sie haben die Gabe, neue Wege zu„ brechen / die Welt zu unterweisen und zu beleucht„ ten, den Menschen Much zu machen, damit sie„ durch sich selber denken, alle Rechte der Ver,„ nunft benutzen, sich von der verächtlichen Knecht«„ schaft der Vorurtheile losmachen mögen; nur sie„ können zu unfern Zeiten, für das wahre Licht, für„ die Lehrmeister und Wohlthäker des menschlichen„ Geschlechtes, mit Rechte angesehen werden „ .
Unter diesen glänzenden und schmäuchelhastenBegriffen werden die Philosophen von ihren Be«wunderem bezeichnet und bekannt gemacher; beyna,he unter eben diesen Begriffen sprechen die Philo«sophen seibsten, ungeachtet ihrer Bescheidenheit,einer dem andern das Lob: und weil man unabläß«lich die gleiche Sache wiederholen höret, so giebtes Leute, die so gutherzig sind, daß sie alle dieseschwärmerischen Lobsprüche für eben so viele Wahr«Herren annehmen.
Der Verfasser des OedipuS rief, in den erstenWallungen seines HasieS und seiner Wuth wider dieReligion, da er alles Vertrauen und alle Ehrerbie,rhung gegen die christliche Lehre aus allen Herzenvertilgen wollte:
Die Pfaffen sind nicht das, wofür das Volk sie ehrt;
Leichtgläubigkeit von ui»s, die machet sie gelehrt.
Aber könnte man nicht diese Verse, die vomhöllischen Geiste eingeblasen sind, schicklich wider
die